5 wichtige Twitter-Trends für 2017 Trends

Von Kit Smith am 28. Dezember 2016

2016 war ein schwieriges Jahr für Twitter. Allerdings war es für die meisten von uns kein leichtes Jahr, was das Ganze ein wenig relativiert. Ich finde, dass Twitters Absturz überbewertet wird – Umsatz und Nutzerzahlen steigen, selbst wenn die Zahlen nicht überragend sind. Zudem bleibt es das beste Netzwerk, um Neuigkeiten zu erfahren und zu diskutieren.

Davon einmal abgesehen, musste Twitter in der letzten Zeit wirklich kämpfen: gegen das ausufernde Troll-Problem, langsames Wachstum und den Einbruch der potenziellen Verkäufe. Vielleicht bringt 2017 die Wende für das Netzwerk.

Twitter hat bereits begonnen, sich wieder auf seine zentralen Stärken zu konzentrieren. Vine wurde abgeschafft, und die Reduzierung der Mitarbeiter macht den Service schlanker. Der erneute Fokus auf Live-Nachrichten, Events und Sport bezeugt die neue Ausrichtung.


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Die Präsidentschaftswahl in den USA hat uns in jüngster Zeit wieder an die Macht von Twitter erinnert. Der offene Charakter der Plattform macht sie zu einem einzigartigen Diskussionsnetzwerk, das häufig Schauplatz wichtiger Debatten ist. Auf Facebook werden witzige Videos geteilt, und auf Twitter werden Ereignisse diskutiert, die die ganze Welt beeinflussen.

Es ist nicht ganz leicht, einen Post über die Zukunft von Twitter zu verfassen, denn das Unternehmen lässt sich nicht in die Karten gucken. Bei Facebook oder Instagram gibt es permanent Updates, Tests und Pressemitteilungen, die Rückschlüsse auf die Unternehmenspläne zulassen.

Um Twitter-Trends aufzudecken, muss man schon einen detektivischen Spürsinn haben. Aktuelle Events haben uns zusammen mit CEO Jack Dorseys jüngsten Aussagen zu den folgenden Vorhersagen veranlasst:

Twitter is what’s happening, and what everyone is talking about… We’re the people’s news network.

JACK DORSEY, TWITTER CEO


Live-Broadcasting

Twitter gehörte zu den Pionieren im Bereich Live-Video und kaufte Periscope, noch bevor der Service überhaupt gelauncht wurde. Andere Netzwerke haben seitdem ähnliche Features entwickelt (Facebook, YouTube und Instagram bieten nun ebenfalls Live-Videos). Twitter geht derweil in eine andere Richtung und unterzeichnet einen Vertrag für das weltweite und kostenlose Live-Streaming von 10 Fussballpartien am Donnerstagabend.

Daran erkennen wir den ersten und vielleicht offensichtlichsten unserer Twitter-Trends: verstärktes Live-Broadcasting. Live-Streaming ist ein neuer Ansatz, der jedoch ein logischer Schritt ist, wenn man Dorseys Worte in Betracht zieht, die Twitter als Nachrichtennetzwerk der Menschen bezeichnen. Millionen von Menschen nutzen Twitter bei Sportevents als zweiten Bildschirm, daher ist das direkte Broadcasting der Plattform der sinnvolle nächste Schritt.

Twitter ist ein natürliches Diskussionsforum und Sportevents führen in der Regel zu einer lebhaften Debatte. Ich wäre nicht überrascht, wenn in der Zukunft weitere derartige Deals geschlossen würden. Durch die kostenlose Live-Übertragung könnten neue Nutzer angezogen werden, die sich anschließend an einer Live-Debatte beteiligen, die Twitters Nutzen bestätigt.


Vorsicht vor Trollen

Es ist nicht so, dass man mit Twitter nur „vernünftige Diskussionen“ assoziiert. 2016 war ein Jahr der Trolle, sie dominierten die Nachrichten.

Als Ghostbusters Star Leslie Jones Twitter verließ, nachdem sie extremem, gezieltem Trolling ausgesetzt war, schritt Dorsey ein, um das Problem zu beseitigen und verbannte Milo Yiannopoulos aus dem Netzwerk. Es gab ein paar Diskussionen, die diese Aktion anzweifelten, gleichzeitig wurde konstatiert, dass eine bessere langfristige Lösung als das persönliche Einschreiten des CEO gefunden werden musste.

Im Juli führte Twitter den Verifizierungsprozess für jeden Account ein. Der kleine blaue Haken war zuvor nur den Accounts berühmter Personen vorbehalten und könnte nun zum Merkmal echter, hochwertiger Accounts werden. Könnte dies ein Schritt zur Auflösung anonymer Accounts sein – oder diese wenigstens reduzieren? Twitter sagt:

Our goal with this update is to help more people find great, high-quality accounts to follow, and for creators and influencers – no matter where they are in the world – to easily connect with a broader audience.

Es könnte der Beginn einer strengen Vorgehensweise gegen den anonymen Charakter von Twitter sein, der Trolling und das Unterhalten von mehreren Accounts bislang nur allzu leicht macht.

Kürzlich hat Twitter Filter-Tools hinzugefügt, um das Troll-Problem in den Griff zu bekommen. Dieses neue Tool führt dazu, dass Nutzer bestimmte Accounts und Keywords vermeiden können – das ist der größte Schritt, den Twitter in Bezug auf das Troll-Problem unternommen hat.

This young person is hiding behind a false identity and is acting like a troll online. Stop bullying.


Kundendienst

Der Kundendienst war etwas, das selbstverständlich zu Twitter passte. Selbst wenn die Marken noch nicht so weit waren … da gab es schließlich die Kunden, die sie zum Handeln via Twitter gezwungen haben. Der Wunsch sich öffentlich zu beschweren, hat viele Menschen zum Twittern veranlasst, anstatt in der Warteschleife eines Callcenters zu versauern. Diese Nische könnte allerdings bedroht sein.

Bei Facebook und Whatsapp werden Chatbots eingeführt, so dass Twitter seinen Ruf als Plattform für den Kundenservice durchaus verteidigen muss. Wenn der Kundendienstmitarbeiter von einem AI Bot ersetzt werden kann und auf der Plattform täglich bereits Hunderte Millionen Menschen aktiv sind, könnte dies eine Gefahr für Twitter bedeuten.

Twitter hat beschlossen, seine Position engagierter zu sichern. Neue Kundensupport-Features sollen Nutzer und Marken unterstützen. Die Accounts, die Hilfe anbieten, werden als Kundenservice-Accounts gekennzeichnet und geben Öffnungszeiten an, um den Nutzern zu zeigen, wann sie am besten erreichbar sind. Zudem wird ein vergrößerter Direct Message Button eingeführt.


Das Problem mit den Fake News

Die Verbreitung von Fake News in der postfaktischen Präsident-Trump-Ära sorgte nach der Wahl für riesigen Aufruhr. Während sich die Story zwar hauptsächlich um Facebooks Algorithmus drehte, muss Twitter dieses Problem ebenso angehen.

Es scheint, dass Twitter Bots, die Fake News verbreiteten, Teil des Problems waren, zusammen mit Politikern, die falsche Informationen streuten. Mike Flynn, Trumps ehemaliger nationaler Sicherheitsberater wurde in 2016 ganze 16 Mal beim Verbreiten falscher Nachrichten erwischt.

„Until #Pizzagate proven to be false, it’ll remain a story. The left seems to forget #PodestaEmails and the many „coincidences“ tied to it. https://t.co/8HA9y30Yfp
— Michael G Flynn🇺🇸 (@mflynnJR) December 5, 2016

Wenn Twitter sich selbst als „Nachrichtennetzwerk der Leute“ versteht, muss das Netzwerk dafür sorgen, dass die diskutierten Nachrichten auch tatsächlich stimmen, ansonsten ist die Glaubwürdigkeit dahin.


Vereinfachung des Produktes

Hier haben wir den zentralen Knackpunkt. Twitter ist noch immer zu kompliziert für neue User und es kann eine ganze Weile dauern, bis einem der Nutzen des Services aufgeht. Das war auch die Idee, die hinter der Einführung von Moments vor etwa einem Jahr stand.

Twitter muss mehr Produkt-Updates einführen, bislang waren sie darin nicht gerade Vorreiter, aber ich bin ziemlich sicher, dass hinter den Kulissen hart gearbeitet wird.

Das einzige kürzlich eingeführte Update waren die QR Codes, die ziemlich überflüssig erscheinen. Es besteht die Hoffnung, dass sie nur ein Projekt der Praktikanten waren und die richtig klugen Köpfe bei Twitter soeben dabei sind, die Art, wie wir die Plattform nutzen, zu revolutionieren.

Dorseys Bemerkungen zu Twitters Funktion als Nachrichtenplattform lassen darauf schließen, dass das Unternehmen sich auf seine Hauptstärken besinnen wird.

Dies sind die Twitter-Trends, die unserer Meinung nach in 2017 fortgeführt werden. Zweifellos wird das neue Jahr viele Veränderungen bringen und vielleicht hat Twitter ein Ass im Ärmel, mit dem wir alle nicht gerechnet haben. Bleiben Sie dran und Sie werden es herausfinden!


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Kit Smith

@Kit_Smith

Kit ist Content Writer und Marketingexperte. Wenn er seine Zeit nicht mit Recherchen zu Marketingthemen verbringt, dann reist er gerne in fremde Länder oder töpfert.