{"id":28540,"date":"2011-05-13T13:19:43","date_gmt":"2011-05-13T11:19:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brandwatch.com\/de\/?p=28540"},"modified":"2013-11-25T13:20:43","modified_gmt":"2013-11-25T11:20:43","slug":"machen-social-media-uns-unsozial-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brandwatch.com\/de\/blog\/machen-social-media-uns-unsozial-2\/","title":{"rendered":"Machen Social Media uns unsozial?"},"content":{"rendered":"<p><em>Heute ein etwas anderes Post. In der Regel konzentrieren wir uns auf technische Themen oder besprechen einige besonders interessante Daten aus Brandwatch-Anwendungen, jetzt geht es aber eher um die Diskussion \u00fcber soziale Medien im Allgemeinen und um die Auswirkungen, die sie auf die Gesellschaft haben k\u00f6nnen:<\/em><br \/>\n<!--more--><br \/>\n<strong>\u201eMachen Social Media uns unsozial?\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Diese Frage wurde vor etwa einem Monat <a href=\"http:\/\/www.quora.com\/Is-social-media-making-us-antisocial?q=social+media+anti\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">auf Quora gepostet<\/a>. Viele von uns haben diese oder eine \u00e4hnliche Diskussion sicher auch schon gef\u00fchrt, und ich kann mir vorstellen, dass dabei jeweils sehr unterschiedliche Meinungen aufeinander geprallt sind.<\/p>\n<p>Es \u00fcberrascht allerdings kaum, dass auf einer relativ neuen und hei\u00dfen \u201esozialen\u201c Website die Antworten auf diese Frage eher einseitig ausfallen \u2013 einige wenige Leute zeigen sich unentschlossen, aber sechs oder sieben Antworten lauten eindeutig \u201enein\u201d, ohne das geringste Anzeichen in Richtung \u201eja\u201c.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte nat\u00fcrlich argumentieren, dass Menschen aus diesem Bereich soziale Medien verteidigen, weil sie sie besser <em>verstehen<\/em> als diejenigen, die eine hartn\u00e4ckige Aversion dagegen demonstrieren. Doch auch die M\u00f6glichkeit, dass sich hier schlicht und ergreifend eine aus Selbstschutz entstehende Voreingenommenheit der Befragten zeigt, die offenkundig eng mit sozialen Medien verbunden sind, sollte ebenso wenig au\u00dfer Acht gelassen werden, wie das, was man wohl (manchmal berechtigterweise) als Ignoranz oder Engstirnigkeit von Kritikern bezeichnet.<\/p>\n<p><strong>Wir k\u00f6nnen nicht bestreiten, dass es sich um eine andere Art der Interaktion handelt<\/strong><\/p>\n<p>Viele der Antworten enthalten Anhaltspunkte f\u00fcr diese scheinbar blinde Voreingenommenheit f\u00fcr soziale Medien. Eine Teilnehmerin scheint das Thema zu sehr zu vereinfachen, wenn <a href=\"http:\/\/www.quora.com\/Is-social-media-making-us-antisocial\/answer\/Donna-Murdoch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sie fragt<\/a>: \u201eWarum behaupten wir heute noch, dass es etwas anderes sei, Facebook zu nutzen, als zu einer echten Party zu gehen? Diesen Unterschied gibt es doch kaum noch.\u201c<\/p>\n<p>Ich sage nicht, dass eine der Formen der Interaktion der anderen vorzuziehen ist, bin aber absolut davon \u00fcberzeugt, dass es <em>einen wesentlichen Unterschied<\/em> gibt, wenn man ber\u00fccksichtigt, \u00fcber welche F\u00e4higkeiten man f\u00fcr die jeweilige Form der Interaktion verf\u00fcgen muss und welche pers\u00f6nliche Belohnung man daraus ziehen kann. Jess Cartner-Morley sagt in ihrem <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/money\/2011\/mar\/23\/death-of-the-telephone\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel im Guardian<\/a>: \u201eZu sagen, was man denkt, und dann auf ,absenden\u2019 zu klicken, ist nicht dasselbe wie ein Gespr\u00e4ch zu f\u00fchren\u201d, und ich glaube, diese Aussage hat eine wichtige Bedeutung: Die gesprochene Kommunikation oder das Gespr\u00e4ch von Angesicht zu Angesicht verlangt ein Ma\u00df an spontaner, menschlicher Reaktion und Empathie, das durch die geplante, getippte Form der Kommunikation maskiert oder auf bestimmte Weise manipuliert werden kann.<\/p>\n<p>Ein weiteres Argument von Cartner-Morley dreht sich um die \u201eAuswirkungen des Sichausschaltens aus der Kommunikationsschleife, wann immer man m\u00f6chte\u2026das wahre Leben funktioniert so nicht.\u201c Social Media Communities verf\u00fcgen sicherlich \u00fcber einige Eigenschaften, die auch reale Gemeinschaften bieten und von denen uns viele am Herzen liegen; wir m\u00fcssen uns aber auch die Unterschiede bewusst machen und aufpassen, dass wir nicht das Eine durch das Andere ersetzen.<\/p>\n<p><strong>Neue Technologien in der Vergangenheit<\/strong><\/p>\n<p>Andere Befragte weisen darauf hin, dass historisch jede neue Form der Interaktion und Kommunikation, wie der Brief, das Handy oder das Telefon, zweifellos zum Zeitpunkt ihres Auftauchens von Kritikern in die Mangel genommen wurde. Social Media vereinen offenkundig einige einzigartige Aspekte, wie die Einfachheit der Bedienung und die Geschwindigkeit, mit der sie das \u201eEntstehen schw\u00e4cherer, aber zahlreicherer Verbindungen\u201c, wie <a href=\"http:\/\/www.quora.com\/Is-social-media-making-us-antisocial\/answer\/Regnard-Raquedan\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Regnard Raquedan es formuliert<\/a>, vereinfachen, doch die Technologien der Vergangenheit haben die Kommunikation jeweils revolutioniert, wenn sie sich durchgesetzt haben.<\/p>\n<p>Der Tiefgang und die Komplexit\u00e4t unserer Kommunikation heben den Menschen entscheidend von anderen Spezies ab und bilden die Grundlage unserer Zivilisation. Wenn also neue und noch unbekannte Technologien sich auf die Hauptstr\u00f6mung und das Aussehen der Kommunikation auswirken, geht das immer mit Unbehagen und Besorgnis einher. Diese Bedenken sollten wir nicht einfach als Ignoranz oder Angst vor Ver\u00e4nderungen abstempeln; es ist vielmehr wichtig, sich die Zeit zu nehmen, sie zu verstehen und zu bewerten (kulturelle Entwicklungen sind nicht automatisch immer zu unserem Besten, wenn ich das so sagen darf) und die Vorteile gleichzeitig anzuerkennen.<\/p>\n<p><strong>Es gibt wesentliche und einzigartige Vorteile<\/strong><\/p>\n<p>Christie Ann Barakat gibt eine sehr <a href=\"http:\/\/www.quora.com\/Is-social-media-making-us-antisocial\/answers\/415903\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ausgeglichene Antwort<\/a>, die Zugest\u00e4ndnisse an beide Seiten macht. Sie beschreibt die Bereicherung, die Social Media f\u00fcr Beziehungen aus dem \u201eechten Leben\u201c darstellen k\u00f6nnen, indem man mit anderen Menschen in Kontakt bleiben, Pl\u00e4ne machen und sich austauschen kann, und lobt dar\u00fcber hinaus die Freiheit des Ausdrucks, die die sozialen Medien denjenigen verleihen, \u201edie ansonsten in Gesellschaft eher unsicher sind\u201c; sie ist der Ansicht, dass \u201eVorurteile aufgrund von Alter, Geschlecht, Rasse\u201c in sozialen Medien beiseitegeschoben werden k\u00f6nnen. Diese Aussagen kratzen an der Oberfl\u00e4che, doch es gibt eine st\u00e4ndig wachsende Liste an M\u00f6glichkeiten, wie wir von sozialen Medien profitieren k\u00f6nnen, und aus der Sicht, aus der ich schreibe, bed\u00fcrfen diese nur wenig mehr Dokumentation.<\/p>\n<p>Nachdem sie auf Beispiele von Menschen hingewiesen hat, deren Affinit\u00e4t zu ihrem \u201eGer\u00e4t\u201d gelegentlich der pers\u00f6nlichen Interaktion den Rang abl\u00e4uft, kommt Barakat zu dem Schluss, dass \u201edas Meiste, was wir dar\u00fcber wissen, auf H\u00f6ren-Sagen und Mutma\u00dfungen basiert; wir brauchen\u00a0 mehr wissenschaftliche Forschung, um die Fragen zu den Vor- und Nachteilen umfassend beantworten zu k\u00f6nnen\u201c. W\u00e4hrend diese Schlussfolgerung nicht die zufriedenstellende L\u00f6sung bietet, auf die einige vielleicht gehofft haben, ist sie meiner Meinung nach doch eine recht vern\u00fcnftige und klare Zusammenfassung der aktuellen Lage in Bezug auf dieses Thema.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Menschen sind soziale Medien noch etwas relativ Neues, und wir befinden uns noch mitten im Prozess des Lernens, wie wir sie nutzen und inwiefern wir vorsichtig damit umgehen sollten (das Thema Datenschutz ist ein Problem, das sich nicht von selbst erledigen wird). Die Beantwortung der Frage in der \u00dcberschrift sollte keine Entscheidung f\u00fcr Optimismus oder Pessimismus darstellen. Wir k\u00f6nnen die Vorteile und M\u00f6glichkeiten dieser neuen Kommunikationsform voll annehmen, wenn wir gleichzeitig erkennen, dass sie unsere sozialen und kulturellen Werte tiefgehend ver\u00e4ndern kann. Das hei\u00dft, wir m\u00fcssen uns dar\u00fcber im Klaren sein, wie wichtig es ist, jetzt, da diese Kommunikationsform noch in den Kinderschuhen steckt, zu beurteilen, wie wir sie nutzen wollen. Einfach ausgedr\u00fcckt, k\u00f6nnen wir soziale Medien am besten in unser Leben integrieren, ohne Werte zu verletzen, die wir bewahren wollen, indem wir uns sowohl die Vorteile als auch die Gefahren bewusst machen.<\/p>\n<p><em>Wenn dieser Post ein wenig zu ernst wirkt, bitte ich um Entschuldigung \u2013 um die Stimmung etwas aufzulockern, sehen Sie sich doch die Infographik von Column Five an \u2013 <\/em><a href=\"https:\/\/i.imgur.com\/pJ3gj.png\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Brauchen wir ein Gegenmittel gegen Social Media?<\/a><em>, wenn Sie einen Comic zum Thema sehen wollen. Wenn es Ihnen aber noch nicht ernst genug war, k\u00f6nnte es sich lohnen, einen Blick in <a href=\"http:\/\/www.amazon.com\/Alone-Together-Expect-Technology-Other\/dp\/0465010210?tag=vig-20\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sherry Turkles Buch \u201eAlone Together\u201c<\/a> zu werfen, das die Frage, wie die Technologie menschliche Interaktion beeinflusst, detailliert er\u00f6rtert.<\/em><\/p>\n<p><em>Mack Collier <a href=\"http:\/\/www.mackcollier.com\/why-introverts-love-social-media\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">spricht ebenfalls \u00fcber das Thema<\/a>,<em> doch er verwendet den Begriff \u201eintrovertiert\u201c anstelle von \u201eunsozial\u201c. Vielleicht ist das ein passenderer Begriff \u2013 introvertierte Menschen lieben soziale Medien; machen soziale Medien die Menschen introvertierter? Vielleicht \u2013 aber ist das dasselbe wie \u201eunsozial\u201c?<\/em><\/p>\n<p><em>Lassen Sie<\/em><em> uns wissen, was Sie denken: Werden wir durch die Nutzung von Social Media unsozialer? Oder vielleicht nur introvertierter? Sind das \u00fcberhaupt geeignete Begriffe?<\/em><!--more--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ein etwas anderes Post. In der Regel konzentrieren wir uns auf technische Themen oder besprechen einige besonders interessante Daten aus Brandwatch-Anwendungen, jetzt geht es aber eher um die Diskussion \u00fcber soziale Medien im Allgemeinen und um die Auswirkungen, die sie auf die Gesellschaft haben k\u00f6nnen:<\/p>\n","protected":false},"author":161,"featured_media":28541,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false},"categories":[570],"tags":[751,750],"class_list":["post-28540","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-trends-2","tag-sozial","tag-verhalten"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brandwatch.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28540","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brandwatch.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brandwatch.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brandwatch.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/161"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brandwatch.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28540"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.brandwatch.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28540\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brandwatch.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28541"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brandwatch.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28540"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brandwatch.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28540"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brandwatch.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28540"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}