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Veröffentlicht 12. Oktober 2015

Krankheitsthemen im Social Web – Sommer-Update

Im Juli veröffentlichten wir unseren Report über Krankheitsthemen im Social Web. Im Blogpost liefern wir ein Update über die Gespräche der letzten Monate.

Vor einiger Zeit haben wir den „großen Social Web Krankheitsreport“ veröffentlicht. Im Rahmen dieser Studie wurden rund zwei Millionen Erwähnungen zu Krankheitsgesprächen im Social Web über ein Jahr (1. Mai 2014 – 30. April 2015) analysiert. Der Report kann hier heruntergeladen werden.

Nun ist es an der Zeit sich die weitere Entwicklung der Krankheitsgespräche im Social Web über den Sommer 2015 (1. Mail 2015 – 31. August 2015) anzuschauen. In welchen Bereichen gab es (gravierende) Änderungen, welche Themen wurden im wahrsten Sinne des Wortes „heiß“ diskutiert? Aufschluss hierüber gibt das Sommer Update!


Krankheiten allgemein


In den vier Sommer-Monaten (Mai – August 2015) wurden rund 962.000 Gespräche über Krankheiten im Social Web identifiziert. Damit setzt sich der Trend auch im Social Web über Krankheiten zu sprechen nicht nur weiter fort, relativ gesehen kann sogar von einer weiteren Zunahme gesprochen werden.

Rund 550.000 dieser Gespräche liefen über Twitter, gefolgt von Foren mit rund 170.000 Gesprächen, sowie News-Seiten und Facebook mit je etwa 103.000 Erwähnungen. Damit bleiben die ersten beiden Plätze – Twitter und Foren – unverändert. Der Abstand zwischen Twitter- und Forennutzung hat sich jedoch vergrößert, lagen im ursprünglichen Report Twitter und Foren noch fast gleichauf. Auch Facebook bleibt auf Platz 3, teilt sich diesen Platz jedoch nun mit News-Seiten, die zuvor rund 100.000 Erwähnungen weniger als Facebook zu verzeichnen hatten.

Aus prozentualer Sicht ist der Anteil an Gesprächen, der sich mit „Krankheiten allgemein“ beschäftigt um 5% auf 31% gestiegen. Psychische Erkrankungen klettern von 13% auf 15% und nehmen nun Platz 2 ein. 11% beschäftigten sich mit dem Thema „Erkrankungen des Atmungssystems“ (Durchschnitt vorheriger Jahreszeitraum: 13%) – Atmungserkrankungen fallen daher von Platz 2 auf Platz 3 zurück. Kopfschmerzen und Neubildungen teilen sich mit je 7% der Gespräche den vierten Platz (vorher: 9% bzw. 8%).

Krankheitskategorien

Erkrankungen des Atmungssystems


Im Sommer 2015 gab es rund 110.000 Erwähnungen zum Thema „Erkrankungen des Atmungssystems“. Mit rund 75.000 Erwähnungen behauptet auch hier Twitter Platz 1. Trotz des vorwiegend schönen und heißen Wetters drehten sich 72% der Gespräche um Erkältung und Husten/Bronchitis. Dies sind 6% mehr als im ursprünglichen Jahresreport. Das Thema „Grippe“ wurde im Sommer 2015 jedoch nur in 8% der Gespräche erwähnt (vorher: 24%) – die gefürchtete Sommergrippe scheint dieses Jahr also weniger ein Thema zu sein. Gleichzeitig stieg der Anteil der Gespräche zu „Lunge/Asthma“ von 5% auf 14% an – Grund hierfür waren hauptsächlich die (massiven) Produkt-Tweets von Airnergy zum Thema COPD. Dadurch bedingt war auch der am häufigsten verwendete Hashtag im Sommer 2015 #copd, gefolgt von #airnergy. Weiterhin nennenswert war im Bereich „Atemwegsinfektionen“ der Ausbruch der Erkrankung MERS in Südkorea.

Betrachtet man die Erwähnungen zu Atemwegserkrankungen im Zeitverlauf, zeigen sich zwei klare Spitzen (Anfang Juni und Mitte August). Der Grund hierfür ist jedoch ein anderer als man vermuten würde.

Atemwegserkrankungen Zeitverlauf

Der Peak zum Thema „Husten/Bronchitis“ ist nicht etwa durch eine „Hustenwelle“ o.ä. entstanden, sondern zeigt die (mittlerweile) große Macht von Influencern im Social Web. Nachdem eine Dame, die sehr aktiv auf Twitter und YouTube ist und dort eine große Zahl an Fans/Followern hat, getweetet hatte, dass Sie argen Husten hat, wurde dieser Tweet unzählige Male geteilt und kommentiert, was letztlich diesen Peak auslöste. Die gleiche Dame war es auch, die den (kleineren) Peak um den 10. August 2015 auslöste.


Psychische Erkrankungen


Rund 140.000 Erwähnungen von psychischen Erkrankungen waren im Sommer 2015 zu verzeichnen. Auch hier lag Twitter mit mehr als 80.000 Erwähnungen deutlich vorne. Foren, News-Seiten und Facebook folgten mit deutlichem Abstand. Der Gesprächsanteil, der auf Depressionen entfällt, stieg weiter von 46% auf 52% an. Burn-Out, Demenz & Alzheimer hielten in etwa ihre Gesprächsanteile, andere psychische Erkrankungen wurden etwas weniger diskutiert.

Im Zeitverlauf zeigt sich folgendes Bild:

Psychische Erkrankungen Zeitverlauf

Der Höhepunkt der Depressions-Gespräche um den 1. Juni 2015 wurde durch einen ganz bestimmten Tweet ausgelöst:
Depressionen Tweet

Dieser wurde rund 1.000-mal geteilt und kommentiert und sorgt so für ein neues Hoch an Gesprächen über Depressionen.

Der Peak zum Thema „Demenz“ um den 24. August 2015 ist zwei Ereignissen zuzuschreiben: Einerseits wurde der neue „Alzheimer Bericht 2015“ veröffentlicht, der auch einen zukünftig starken Anstieg an Demenzkranken befürchtet und stark auf das Thema „Demenz“ eingeht. Andererseits sorgt der Film „Honig im Kopf“ mit Til Schweiger (Thema des Films: Alzheimer & Demenz) für erhöhtes Gesprächsaufkommen (u.a. diverse Filmrezensionen auf Facebook etc., ein Gewinnspiel von Maxdome in die Stadt des Films, Venedig). Warum der Film „Honig im Kopf“ gerade am 24. August so häufig erwähnt wurde, lässt sich nicht feststellen, zeigt aber die Viralität des (Social) Webs. Letztlich zeigt sich, dass sowohl Social Web User als auch Medien „Alzheimer“ und „Demenz“ nicht klar trennen und beide Krankheiten eng miteinander verknüpft sind.


Kopfschmerzen


Rund 69.000 Erwähnungen beschäftigten sich zwischen dem 1. Mai 2015 und dem 31. August 2015 mit Kopfschmerzen, rund 48.000 Erwähnungen davon fanden sich auf Twitter. Die prozentuale Verteilung auf die unterschiedlichen Kopfschmerz-Kategorien bliebt dabei stabil: 88% sprachen über Kopfschmerzen allgemein, 11% bezogen sich konkret auf Migräne, 1% sprach von Spannungskopfschmerz. Cluster-Kopfschmerzen wurden nicht thematisiert.

Weitere Auffälligkeiten waren nicht feststellbar.


Neubildungen


Mit rund 65.000 Erwähnungen bleibt auch die Anzahl an Gesprächen über Neubildungen/Krebs hoch. Weiterhin werden auch Foren für das Thema Krebs überproportional häufig genutzt. Sie stehen mit rund 24.000 Erwähnungen an Platz 2, direkt nach Twitter mit etwa 29.000 Erwähnungen. Dabei werden vor allem Krebstherapien (34% | ca. 6.700 Mentions) besonders oft in Foren diskutiert.

Neubildungen Zeitverlauf

Der Peak zum Thema „Krebs allgemein“ um den 10. August 2015 ist durch folgende Nachrichten-Meldung entstanden:

Jimmy Carter Krebs

Auch bei einigen Krebsarten zeigen sich bei genauerem Hinschauen (kleinere) Peaks, die in der oben gezeigten Übersicht untergehen. Ein Beispiel bezieht sich auf das Thema „Leukämie“. Betrachtet man alleinige die Leukämie-Erwähnungen im Zeitverlauf tagesgenau, so zeigt sich folgendes:

Leukämie Zeitverlauf

Am 1. Juni 2015 äußerte sich Guido Westerwelle – ein Jahr nach seiner Leukämie Diagnose – zuversichtlich über seine Zukunft. Dies wurde im Social Web vielfältig diskutiert, geteilt und kommentiert. Ein weiteres, sehr positives Beispiel, das zeigt, welche Macht und Reichweite das Social Web haben kann ist der Spendenaufruf von Felix Hügel. Dieser Tweet ist verantwortlich für den Peak um den 7. Juli 2015 und wurde hundertfach retweetet. Auch der Peak am 24. August wurde durch einen Spenden- bzw. Typisierungsaufruf ausgelöst.

Tweet Felix Hügel Leukämie

Auch das Thema „Hautkrebs“ wurde aus aktuellem Anlass aus einem ganz besonderen Blickwinkel betrachtet: Der Sommer ist da, und automatisch stellt sich die Frage „Wie viel Sonne ist gesund und ab wann steigt das Hautkrebsrisiko?“. Ein Blick auf die Themenwolke zu Hautkrebs zeigt die am häufigsten diskutierten Hautkrebsthemen in den Sommermonaten.

Sonne Hautkrebs

Erkrankungen des Verdauungssystems


Rund 48.000 Erwähnungen gab es im Sommer 2015 rund um das Verdauungssystem. Krankheiten mit dem Verdauungssystem bilden eine der wenigen Kategorien, bei denen die Forennutzung über der von Twitter liegt. Rund 21.000 Erwähnungen gab es in Foren, bei Twitter waren es hingegen „nur“ rund 12.500. Verglichen mit dem ursprünglichen Report ist die Twitter Nutzung allerdings deutlich gestiegen. Die Plätze 3 und 4 gehen unverändert an News-Seiten und Facebook.

Krankheiten Verdauungssystem

Der Gesprächsanteil, der sich mit Durchfall/Erbrechen/Magen-Darm-Infekten beschäftigt ist weiter von 52% auf 59% gestiegen. Es wurde etwas weniger über „Sonstiges Magen“ bzw. „Sonstiges Darm“ gesprochen, es finden sich allerdings keine gravierenden Änderungen zur ursprünglichen Analyse.

Aus thematischer Sicht waren keine Auffälligkeiten festzustellen.


Erkrankungen des Kreislaufsystems


Etwa 54.000 Erwähnungen, davon alleine rund 25.000 auf Twitter. Das ist die Bilanz zum Thema Kreislauferkrankungen im Social Web während des Sommers 2015.

Insgesamt wurde das Thema „Herzinfarkt“ etwas häufiger erwähnt als in der ursprünglichen Analyse (35% vs. 30%), während Diskussionen zum Thema „Schlaganfall“ etwas zurückgingen (24% vs. 19%). Insgesamt gesehen, gab es jedoch keine nennenswerten Verschiebungen.

Aus thematischer Perspektive gab es einige relevante Ereignisse, die die Kommunikation zu einigen Krankheiten beeinflusst haben. Beispielsweise waren einige Ausschläge beim Thema „Herzinfarkt“ zu verzeichnen, diese sind in der nachfolgenden Grafik dargestellt.

Herzinfarkt online

Auch zum Thema „Kreislaufprobleme“ konnten einige spannende Details beobachtet werden. Diese zeigen sich in nachfolgender Grafik im Überblick.

Kreislaufprobleme online

Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems


Auch bei Muskel-Skelett-Erkrankungen liegen Foren mit rund 15.500 Erwähnungen vor Twitter (12.500 Erwähnungen) und News-Seiten (4.000 Erwähnungen). Insgesamt gab es über den Sommer 2015 rund 36.000 neue Erwähnungen zu Muskel-Skelett-Themen.

Neben allgemeinen Rückenschmerzen (35%) waren vor allem die Themen „Skoliose“ (21%) sowie Rheuma und Arthrose (je 15%) für die User relevant.

Thematisch relevant waren die Herausgabe des „Report Krankenhaus 2015“ der BARMER GEK – dieser bestätigt die Fehlversorgung von Rückenschmerz-Patienten in Deutschland. Skurril war hingegen die Meldung „Rückenschmerzen: Passagier verklagt Fluglinie wegen dickem Sitznachbarn“ – diese führte jedoch auch zu einer starken Diskussion im Social Web.


Allergien


Mit rund 52.000 Erwähnungen während der vier Sommermonate, wurde das Thema „Allergie“ überdurchschnittlich oft besprochen (verglichen mit rund 107.000 während des analysierten Jahreszeitraums). Da Heuschnupfen & Co. vermehrt in den Frühjahr-/Sommermonaten auftreten, ist dies nicht unbedingt verwunderlich. Dies wird auch deutlich bei Betrachtung der am häufigsten verwendeten Hashtags. Neben #allergie war #heuschnupfen der am zweithäufigsten verwendete Hashtag.

Mit rund 26.500 Erwähnungen führt Twitter die Liste an, gefolgt von Foren (8.300 Erwähnungen) und News-Seiten (6.800 Erwähnungen). 19% der Erwähnungen beschäftigten sich eindeutig mit Heuschnupfen (im Jahresdurchschnitt waren das 14%). Der Anteil nicht eindeutig kategorisierbarer Allergiethemen (z.B. multiple Allergien / Kreuzallergien) stieg von 47% auf 58% an.

Betrachtet man die Erwähnungen zu „Heuschnupfen“ im Zeitverlauf, zeigt sich (wieder einmal) die Macht der Viralität im Social Web:

Heuschnupfen Zeitverlauf

Der Peak am 6. Juni 2015 wurde nicht etwa durch die Verkündung einer neuen äußerst effektiven Heuschnupfen-Therapie oder sonstiger Schlagzeilen ausgelöst. Es war ein „einfacher“ Tweet eines Users, der durchs Web geteilt wurde.

Heuschnupfen Tweet

Stoffwechselerkrankungen


Rund die Hälfte der rund 41.000 Erwähnungen zum Thema Stoffwechselerkrankungen fand sich auf Twitter – News-Seiten und Foren sind fast gleich auf und belegen die Ränge 2 und 3.

Diabetes-bezogene Erwähnungen stiegen leicht von 59% auf 65% an – dies bestätigt die Wichtigkeit dieses Themas. Mit 19% bzw. 10% sind auch Adipositas- sowie Schilddrüsenthemen wichtig für die User.

Zwei Peaks sind thematisch sehr interessant: Einerseits der Peak zum Thema Adipositas/Fettleibigkeit am 6. Mai 2015. Hier hatte die WHO bekanntgegeben, dass Europa auf eine „Übergewichts-Krise“ zusteuert – im Jahr 2030 könnte die Mehrheit (starkes) Übergewicht haben.

Der zweite Peak zeigte sich bei dem – eher weniger – diskutierten Thema „Mukoviszidose“ am 4. August 2015: Das BGH entschied, dass ein Esoteriker-Paar für 3 Jahre ins Gefängnis muss, da sie ihren Sohn trotz Mukoviszidose nicht behandeln ließen sondern ausschließlich auf alternative Heilmethoden vertrauten.

Die beiden Peaks sind auch in der folgenden Grafik gut erkennbar.

Stoffwechselerkrankungen Zeitverlauf

Infektionskrankheiten


Bei den Infektionskrankheiten waren rund 53.000 Gespräche im Social Web vom 1. Mai – 31. August 2015 zu verzeichnen. Das Jahresniveau im ausgangs analysierten Social Web Krankheitsreport lag bei 94.000 Erwähnungen innerhalb eines Jahres. Geht es um Infektionskrankheiten rangiert Facebook – hinter Twitter – auf Platz 2 mit rund 10.000 Mentions (Twitter: 31.000 Erwähnungen).

Während sich im ursprünglichen Report 39% der Gespräche mit HIV/Aids beschäftigten, waren es während der Sommermonate 50%, die auf dieses Thema entfielen. Gleichzeitig lies das mediale Interesse am Thema Masern/Mumps/Röteln nach („Masernwelle in Berlin“ Anfang 2015) – nur noch 19% der Gespräche über Infektionskrankheiten beschäftigten sich damit (ursprünglich waren es rund 31%). 8% der Gespräche drehten sich während der Sommermonate um Hepatitis.

Die wichtigsten Themen während der Sommermonate zeigen sich auch in dieser Grafik im Überblick:
Infektionskrankheiten Zeitverlauf

Welchen Wirbel die Aldi-Erdbeer-Rückrufaktion verursacht hat, wird ebenfalls deutlich wenn man sich die am häufigsten verwendeten Hashtags ansieht: Noroviren so weit das Auge reicht!

Hashtags Noroviren

Informationen zur Autorin


Sabrina Sturm ist Inhaberin der Marketingberatung Smart Crocodile und berät Unternehmen vorwiegend aus den Bereichen Health Care und IT/Technologie. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sind dabei Leadgenerierung und Content Marketing, inklusive der Teilbereiche Social Media Content, Monitoring und Analytics sowie Online-PR.

Im Juli veröffentlichte Smart Crocodile einen Report, der mit Brandwatch Analytics Krankheitsthemen im Social Web untersuchte. Der Report kann hier kostenlos heruntergeladen werden:

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